Hochbeet befüllen – Schicht für Schicht

Hochbeet befüllen in 4 Schichten Infografik

Wer ein Hochbeet befüllen möchte geht eigentlich immer nach Schema F vor. Die geplante Bepflanzung spielt dennoch eine große Rolle und sollte vorher unbedingt bedacht werden.

Unterschieden wird beim Hochbeet befüllen nämlich sehr genau und ausschließlich zwischen einer Nutzung für Blumen und Zierpflanzen oder eben klassisch für mit Obst, Gemüse und Kräutern, die wesentlich anspruchsvoller sind als ihre nicht genießbaren Verwandten.

Obst-, Gemüse- und Kräuter-Hochbeet befüllen

Da insbesondere die starkzehrenden Gemüsepflanzen, aber auch Obst und Kräuter besonders vom Verrottungsprozess im Hochbeet profitieren, ist der Aufbau hier auch wesentlich vielschichtiger als bei einem Beet für Zierpflanzen.

Insgesamt werden vier Schichten benötigt.

Noch vor dem Hochbeet befüllen: Nagerdraht auslegen

Die unterste Schicht – noch bevor man mit dem Hochbeet befüllen überhaupt wirklich beginnt – sollte ein sehr engmaschiger Nager- oder Hasendraht sein.
Es gibt wohl kaum etwas ärgerlicheres, als wenn die liebe- und mühevoll gezogenen Obst und Gemüsefrüchte von Wühlmäusen „geklaut“ werden.
Es ist hier unbedingt darauf zu achten, dass die Maschenweite nicht zu groß gewählt. Je enger, desto besser. In jedem Fall aber unter 20mm.

Darüber hinaus kann – muss aber nicht – eine Noppenfolie mit den Noppen an der Holzseite in Hochbeeten ausgelegt werden, die aus Holz bestehen um dem Material etwas Luft zum Atmen zu geben.
Dadurch hat es die Möglichkeit immer wieder zu trocknen, was die Lebenszeit des Hochbeetes deutlich verlängern kann.

Hochbeet befüllen in 4 Schichten Infografik

Schicht Nummer 1: Drainageschicht

Schichtdicke: 10cm

Beim Hochbeet Befüllen beginnt man immer mit einer Drainageschicht. Das bedeutet mit einer Schicht, die grob genug ist um Gieß- und Regenwasser ein ungehindertes Abfließen zu ermöglichen

Diese Schicht besteht aus Ästen (bis 10cm Durchmesser), Zweigen und Reisig, die mit kleinerem Häckselgut vermischt werden.

Sie sollten diese Schicht in jedem Fall etwas verdichten, da bei zu großen Hohlräumen das Wasser sehr schnell abfließt und das Hochbeet entsprechend häufig gegossen werden muss.

Schicht Nummer 2: Grassoden – Ersatzweise Muttererde

Schichtdicke: 20cm

An der Stelle, wo Sie Ihr Beet aufstellen, entnehmen Sie mit einem Spaten die Grassoden und verwenden diese als zweite, dicke Schicht zum Hochbeet befüllen.
Die Grasseite drehen Sie dabei nach unten.

Sollten Sie keine Grassoden zur Verfügung haben, tut es auch einfach die entnommene Muttererde.

Schicht Nummer 3: Stroh, Laub & Kompost

Schichtdicke: 20cm

Das Hochbeet befüllen Sie nun mit einem Gemisch aus grob zersetztem Kompost, Stroh und Laub.

Diese Schicht übernimmt zusammen mit Mikroorganismen, die den Verrottungsprozess unterstützen, den wohl wichtigsten Teil der Arbeit im Hochbeet: Die Bereitstellung der wichtigen Nährstoffe.

(Ein kleiner Tipp: Beim Zusammentragen von Laub erleichtert ein Laubbläser bedeutend die Arbeit!)

Schicht Nummer 4: Pflanzschicht

Schichtdicke: 30cm

Die letzte und damit oberste Schicht im Hochbeet ist die Pflanzschicht. Sie haben vielleicht schon gemerkt, dass die Befüllung nach oben hin immer feiner wird und so ist die oberste Schicht beim Hochbeet befüllen auch die feinste.

Sie besteht aus einem 1 zu 1 Gemisch aus feiner Komposterde und Muttererde und bildet das Substrat in das die Pflanzen dann letztendlich eingesetzt werden.

Jetzt gießt man das Ganze noch mehrfach mit Wasser an, damit das viele unterschiedliche Material im Inneren genug Zeit hat sich zu setzen und nicht nach der Bepflanzung schnell in sich zusammen fällt.
Das verhindert allerdings nicht, dass einmal jährlich etwas Substrat aufgefüllt werden muss, um das langsam absackende Erdreich wieder aufzufüllen.

Spätestens nach sieben Jahren sind dann alle Nährstoffe im Hochbeet aufgebraucht und es sollte vollständig erneuert werden.

Obst- und Gemüse-Hochbeet befüllen: Optimalerweise schon im Herbst!

Optimalerweise legt man ein Hochbeet im Herbst für das darauffolgende Jahr an. So haben die Schichten genug Zeit sich zu setzen und schon mit der „Arbeit zu beginnen“.

Nicht ganz optimal, aber dennoch möglich ist eine Anlage im Frühjahr. Dann muss man allerdings unter Umständen schon auf bestimmte Obst- und Gemüsesorten verzichten, die lange brauchen um auszureifen.

Blumen- und Zierpflanzen Hochbeet befüllen

hochbeet befüllen zierpflanzen

Wie bereits zuvor erwähnt sind Zierpflanzen bedeutend genügsamer als Früchte tragendes Obst und Gemüse.
Daher besteht ein Hochbeet hier auch nur aus drei Schichten und einer „Pseudo-Schicht“.

Nagerdraht adé!

Erfreulich ist auch, dass man bei Zierpflanzen natürlich getrost auf den Nagerdraht verzichten kann. Wo nichts fressbares wächst, kann auch nichts von Wühlmäusen geklaut werden, zumal diese auch von der untersten Schicht abgehalten werden.

Schicht Nummer 1: Drainageschicht

Schichtdicke: 5-10cm

Die erste der Hochbeet Schichten beim Befüllen für Zierpflanzen ist wieder eine Drainageschicht. Allerdings sieht diese dort wesentlich anders aus als bei einem Obst- und Gemüsebeet!
Sie besteht lediglich aus einer groben Mischung aus Schotter, Steinen und Kies.

Die Drainageschicht erfüllt hier keinerlei Funktion zur Bereitstellung von Nährstoffen und verrottet nicht. Das bedeutet auch, dass sie dieses Hochbeet befüllen und dann nicht mehr nachfüllen müssen, da es nicht nachgibt.

Schicht Nummer 1,5: „Pseudoschicht“ Gärtnervlies

Das Vlies wird über die Schotterschicht gelegt und soll verhindern, dass die später aufgefüllte Erde zusammen mit Regen oder Gießwasser tief in die Drainageschicht vordringt und diese verstopft.
Daher sollte auf diese „Pseudoschicht“ auch keinesfalls verzichtet werden.

Schicht Nummer 2: Grassoden

Schichtdicke: 20cm

Wie beim Gemüse- und Obst Hochbeet folgt nun beim Hochbeet befüllen wieder eine Schicht Grassoden oder Muttererde.
Die Grassoden wieder mit der Grasseite nach unten.

Schicht Nummer 3: Pflanzschicht

Schichtdicke: Bis knapp unter den Rand

Zuletzt wird das Hochbeet mit Substrat befüllt. Hier wählt man am besten diejenige Pflanzerde, die sich am besten für die gewünschte Bepflanzung eignet.

Hochbeete ohne organische Bestandteile eignen sich besonders gut zur „Dauerbepflanzung“

Hochbeete dieser Art eignen sich für die Dauerbepflanzung. In der Regel ist weder ein Nachfüllen, noch eine Neuanlage des Hochbeetes erforderlich.

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