Artenvielfalt im Garten – Hochbeet für Tierfreunde

Hochbeet Artenvielfalt

Auch wenn ein Hochbeet im Garten häufig zunächst etwas künstlich wirkt, ist eines deutlich: Tiere stören sich nicht daran!

Im Gegenteil sogar. Wenn man es ihnen erlaubt, nisten sich die unterschiedlichsten Arten ein. Das trägt sehr stark zu einer Sicherung der Artenvielfalt im eigenen Garten bei.

Lebensraum erschaffen statt wegnehmen

Häufig geht es bei uns Hobbygärtnern um das Thema Schädlinge. Oder besser gesagt darum, wie man sie los wird. Mal abgesehen davon, dass das, was wir Schädlinge nennen, auch nur einfache Lebewesen sind: Es gibt da draußen eine ganze Menge „Nützlinge“ und Tiere, die uns nicht in die Quere kommen. Warum also nicht einmal Lebensraum schaffen für Tiere die wir gerne in unserem Garten haben?

Warum nicht Lebensraum erschaffen anstatt ihn zu zerstören?

Biologieunterricht im eigenen Garten

Man ahnt gar nicht, was man so alles anlocken kann, wenn man möchte. Es ist ein Leichtes, Unterschlupf für Reptilien, Amphibien, Kleinsäuger und sogar Vögel zu schaffen. Diesen Effekt erreicht man dadurch, dass man eine Möglichkeit zum Überwintern für diese Tier schafft.

Und hat man erst einmal für die Artenvielfalt im Garten gesorgt, kann sich das im Übrigen auch durchaus positiv auf die Menge an Schädlingen im Garten auswirken. Logisch, denn Echsen und Vögel fressen so viele Insekten, wie sie kriegen können. Und so schließt sich der Kreis.

Wenn Sie Kinder haben – oder selber noch ein großes Kind sind, so wie ich – dann ergibt sich noch ein weiterer Vorteil. Sie können quasi Biologieunterricht direkt vor Tür abhalten. Denn was ist schöner als im eigenen Garten zu sitzen und zu beobachten was da so „kreucht und fleucht“?

Einfache Pflege statt großer Ernte

Legt man ein Hochbeet mit dem Ziel an, eine möglichst große Artenvielfalt anzulocken, empfiehlt sich die Nutzung eines mageren Substrates. Also vollkommen anders als die gut geplante Schichtbefüllen im normalen Hochbeet.

Das Ganze hat den Vorteil, dass sich dort vor allem Trockenheit liebende Pflanzen, die mit nährstoffreichen Böden wenig anfangen können, ansiedeln sollen. Denn genau davon haben Sie vermutlich Stand jetzt wenig im Garten. Und mit neuen Pflanzen kommen schon die ersten neuen Insekten.

Dazu sollten Sie dieses Hochbeet dann auch wenig bis gar nicht gießen, sondern es mehr oder weniger sich selbst überlassen. Das sind wichtige Voraussetzungen für Ihr Vorhaben.

Tonrohre als Wundermittel

Um die maximale Artenvielfalt zu erreichen, benötigen Sie einfach nur ein paar Tonrohre. Wie viele, das bleibt Ihnen vollkommen selbst überlassen. Je mehr, desto mehr Raum erschaffen Sie.

Tonrohre als Überwinterungsquartier

In der ersten Variante befüllen Sie ein Tonrohr grob mit einer Mischung aus dünnen Zweigen und Laub. Das Rohr stellen Sie dann aufrecht in ihr Hochbeet bevor Sie es befüllen. Es bietet dann genügend Raum, damit sich ein Tier darin verkriechen und dort hausieren und im Winter überwintern kann.

Zwar bieten Beete aus Naturstein auch so schon Spalten, in die sich Tiere zurückziehen können, allerdings nicht tief genug um dort überwintern zu können, weshalb diese Ritze auch als dauerhaftes Quartier ausscheiden. In den Rohren hingegen können Eidechsen, Feuersalamander, Ringelnatter & Co bis tief in das schützende Hochbeet kriechen und dort Stellung beziehen, was es zu einem attraktiven Rückzugsort macht.

Tonrohre als Überbrückung der Drainageschicht

Zusätzlich befüllen Sie ein paar weitere Rohre lediglich mit Erde. Wichtig ist, dass diese dann nicht auf der Drainageschicht platziert werden, sondern durch diese hindurch. Dadurch ergibt sich für tief im Boden sitzende Pflanzen die Möglichkeit die Drainageschicht zu überbrücken und in Ihr Hochbeet hinein zu wachsen. Häufig bekommen Sie so Pflanzen in Ihr Hochbeet, die Sie sonst nie zu Gesicht bekommen würden.

Generell kann zusätzlich zu dem „Trick“ mit den Rohren jede zusätzliche Lücke und jeder Schlitz als zusätzlicher Rückzugsort für Insekten dienen.

Hier noch ein kleiner Überblick über die Präferenzen der jeweiligen Tiere:

  • Eidechsen, Blindschleichen: schmale Nischen
  • Kröten, Molche, Salamander: lange Nischen oder Röhren
  • Bienen, Wespen: Löcher, Bohrlöcher, Stängel
  • Schmetterlinge: Senkrechte Spalten
  • Ohrwürmer, Marienkäfer: Nische, Röhren, Löcher

Gemütlich im eigenen Garten

Wer sich über viele tolle Tiere in seinem Garten freut, sollte mal über die Möglichkeit nachdenken, etwas Raum zu schaffen. Die Tiere auf der anderen Seite nehmen das Angebot sicher gerne an.

Ich für meinen Teil liebe es, mitten auf dem Rasen meine schöne Garten Garnitur aufzustellen und einfach nur dem Treiben der Natur zuzusehen. Das ist eine richtig tolle Sache und fast schon meditativ.

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